29. November 2023
160 Kilometer zu Fuß an der Atlantikküste entlang
Eine Pilgerreise ist eine Reise der Selbstfindung und spirituellen Entdeckung, welche die Reisenden körperlich und mental herausfordert. Wir als Schüler der Q2 hatten durch den Projektkurs Pilgern die Möglichkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen.
In den Treffen des Projektkurses wurde selbstständig die Route festgelegt. Wir haben uns auf einen Abschnitt des Jakobsweges geeinigt, welcher sich von Porto in Portugal nach Vigo in Spanien erstreckt. Andere Bestandteile der Reise wurden ebenfalls von den Schülern durchgeplant, indem eigenverantwortlich Unterkünfte kontaktiert, Packlisten erstellt, Pläne für die Verpflegung angefertigt und Etappen festgelegt wurden.
Nachdem die Planung abgeschlossen war, konnte es am 17. Oktober losgehen. Hierfür trafen wir uns mitsamt Gepäck um 5:45 Uhr am Düsseldorfer Flughafen. Um 10 Uhr waren wir dann in Portugal angekommen, was für viele von uns den Start der bevorstehenden Reise symbolisierte. Vom Flughafen aus besuchten wir als erstes die Kathedrale von Porto, an welcher wir unsere Pilgerausweise ausgehändigt bekamen, sodass unsere Reise nun offiziell beginnen konnte.
Unsere Pilgerreise hatten wir in acht Etappen unterteilt, in welchen wir eine Gesamtstrecke von über 160 km zurücklegten. Für jede dieser Etappen waren Schüler als Gruppenleitung eingeteilt. Hier hatten die Schüler die Möglichkeit, die Verantwortung zu übernehmen und die Gruppe durch den Tag zu leiten. Dies beinhaltete die Planung der Route und der Mittagspause.
Der Tag startete für uns oftmals zwischen sieben und acht Uhr. Nach dem Aufstehen trafen wir uns zum Frühstück und einer gemeinsamen Andacht. Anschließend packten wir unsere Sachen und begaben uns auf den Weg.
Je nach Streckenlänge und Zustand der Schüler wurden die Pausen so geplant, dass jeder die Chance hatte, im eigenen Tempo durchzuhalten. Waren Schüler vom Tag zuvor zu geschwächt oder hatten Schmerzen, gab es immer eine alternative Route mit dem Bus oder der Bahn. Hatten sich die Schüler erholt, konnte am nächsten Tag wieder mitgelaufen werden.
Auf der Reise gab es viele schöne Momente, an welche wir uns noch lange erinnern werden. Obwohl sich viele Schüler erst durch den Projektkurs kennengelernt hatten, schweißte die Reise uns als Gruppe zusammen, sodass sich auf der Reise ein richtiges Gemeinschaftsgefühl entwickelte.
Am 24. Oktober hatten wir dann unser Ziel Vigo erreicht. Für uns endete die Reise hier allerdings noch nicht. Am 25. ging es für uns zurück nach Porto, wo wir noch einmal zur Kathedrale von Porto zurückkehrten, an welcher wir unsere Reise begonnen hatten. Hier reflektierten wir als Kurs unsere Reise und das Erlebte.
Am nächsten Tag ging dann der Flug zurück nach Düsseldorf. Die Gefühle hierbei waren gemischt. Die Schüler freuten sich zwar, ihre Familie wiederzusehen, waren allerdings enttäuscht, dass die Reise nun ein Ende hatte.
Die Reise war dennoch für jeden von uns eine Bereicherung, welche uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Leon Breddermann, Q2
Etwa vier Wochen nach der Rückkehr von unserer Pilgerreise haben wir abschließend einen Abend veranstaltet, wo wir alles haben Revue passieren lassen und unseren Weg und die Erfahrungen, welche wir dort sammelten, mit unseren Angehörigen, Lehrern, Freunden und interessierten Zuhörern teilten.
Bei der Präsentation hatte jeder von uns eine Menge zu erzählen und wollte am liebsten alle seine Erfahrungen mit den anderen teilen, doch dann würden wir wahrscheinlich noch heute im Andachtsraum sitzen. Denn e gab eine Menge zu berichten, immerhin waren wir 10 Tage unterwegs gewesen.
Wir haben an dem Abend viel gelacht und unsere Zeit auf dem Camino Portugés noch einmal aufleben lassen. Im Laufe des Abends haben auch wir als Pilgergruppe etwas über unsere Gruppe dazugelernt. Wir gingen zwar alle denselben Weg, haben aber trotzdem alle verschiedene Sichtweisen über unsere gemeinsame Reise und die Dinge vor Ort anders wahrgenommen. So unterschied sich nicht nur der Lieblingsmoment während der Reise, sondern auch wo unsere Schwierigkeiten lagen, wie wir uns fühlten und was wir aus der Reise lernten. Dadurch, dass unsere Zuhörer verschiedene Erfahrungen erzählt bekamen, konnten wir ein gutes Bild davon vermitteln, wie unterschiedlich das Pilgern auf den Menschen wirken kann.
Im Anschluss an unsere Präsentation ließen wir noch eine Dia-Show mit Bildern laufen und eröffneten danach unsere Snackbar mit spanischen und portugiesischen Snacks. Während sich alle an unserer kulinarischen Theke bedienten, kamen wir mit den Zuhörern noch in einen Austausch, wo wir weiter begeistert von unserer gelungenen Pilgerreise erzählten und weitere Fragen beantworteten.
Ich denke, ich kann für uns als Gruppe sprechen, wenn ich sage, dass uns dieser Abend gelungen ist und uns die Möglichkeit gab, von unserem Abenteuer zu sprechen und uns ein letztes Mal als Gruppe zu treffen.
Leonie Jansen, Q2