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19. Februar 2026

Edelweißpiraten: 7.-Klässler lernen Autor und Originalschauplätze kennen

Die drei Klassen der Jahrgangsstufe 7 haben sich im Deutschunterricht intensiv mit dem Jugendroman „Edelweißpiraten“ von Dirk Reinhardt beschäftigt. Das Buch erzählt die Geschichte von Jugendlichen aus Köln, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus nicht von der Ideologie vereinnahmen lassen.

Im Mittelpunkt stehen Teenager, die zunehmend eine eigene politische Haltung entwickeln und sich dem NS-Regime widersetzen. Sie schreiben regimekritische Parolen an Hauswände und verteilen Flugblätter, in denen sie Adolf Hitler und den Krieg offen kritisieren. Nachdem sie von der Geheime Staatspolizei (Gestapo) festgenommen und brutal verhört werden, tauchen sie unter. Trotz der ständigen Lebensgefahr setzen sie ihren Widerstand fort – ein mutiges Handeln, das sie schließlich alles kosten kann.

Ein besonderes Highlight war am 4. Februar der Besuch des Autors Dirk Reinhardt an unserer Schule. In seiner Lesung stellte er die historischen Hintergründe der sogenannten Edelweißpiraten vor. Diese Jugendgruppen gab es nicht nur in Köln, sondern auch in Düsseldorf, Wuppertal und im Ruhrgebiet. Geduldig beantwortete er die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler – sowohl zum Roman als auch zu seiner Arbeit als Autor – und las anschließend ein zentrales Kapitel aus dem Buch vor. So wurde die Geschichte noch einmal auf eindrucksvolle Weise lebendig.

Eine Woche später folgte ein weiterer bewegender Programmpunkt: der Besuch des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers in Köln, heute Teil des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Dort waren auch Mitglieder der Edelweißpiraten inhaftiert und gefoltert worden. In den engen, völlig überfüllten Zellen waren sie teilweise wochenlang eingesperrt. Bis heute sind die Originalinschriften an den Wänden erhalten – eindringliche Zeugnisse der persönlichen Schicksale und der unmenschlichen Haftbedingungen.

Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch der Gedenkstätte am Bahnhof Bahnhof Köln-Ehrenfeld. Dort ließ die Gestapo im Oktober 1944 öffentlich und ohne Gerichtsurteil 13 Edelweißpiraten vor rund 400 Schaulustigen hinrichten. Dieser Ort machte die brutale Realität des NS-Terrors noch einmal besonders deutlich.

Die Kombination aus Lektüre, Autorenlesung und dem Besuch der historischen Originalschauplätze ermöglichte unseren Schülerinnen und Schülern unterschiedliche, sich ergänzende Zugänge zu diesem wichtigen Kapitel der Geschichte. Angesichts aktueller autokratischer Entwicklungen in verschiedenen Demokratien weltweit wurde dabei auch deutlich, wie relevant die Auseinandersetzung mit Widerstand, Zivilcourage und demokratischen Werten bis heute ist.