26. September 2025
Zwischen Nationalstolz und Kriegswarnung: Geschichts-LK besucht Denkmäler
Der Leistungskurs Geschichte (Q1) unternahm eine Exkursion nach Düsseldorf, um sich mit drei Denkmälern auseinanderzusetzen: dem Bismarck-Denkmal, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Figurengruppe „Schmied und Junge“ (ursprünglich „Schmied und Knabe“). In Kleingruppen analysierten die Schüler*innen die Denkmäler und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse.
• Zum Bismarck-Denkmal wurde erarbeitet, dass es Bismarck als Reichsgründer verherrlicht und für die Einheit des Deutschen Reiches steht.
• Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zeigt Wilhelm I. als „Gründerkaiser“ und sollte nationalen Stolz ausdrücken.
• Die Figurengruppe „Schmied und Junge“ wurde als Mahnung verstanden: Ein Großvater und sein Enkel stehen sich gegenüber – der Enkel hält ein Spielzeugschwert. Der Großvater, der Krieg erlebt hat, warnt vor der Verharmlosung von Krieg. Die Skulptur will also nicht Macht oder Heldentum feiern, sondern daran erinnern, dass Krieg kein Spiel ist.
Im Anschluss wurden die Darstellungen kritisch hinterfragt. Die Schüler*innen stellten fest, dass die Denkmäler ein sehr einseitiges Bild der Nation zeigen: Sie betonen Macht, Einheit und Stärke, blenden aber soziale Probleme und andere Perspektiven aus. Außerdem wurde diskutiert, dass Denkmäler nicht nur erinnern, sondern immer auch politische Deutungen transportieren.
Insgesamt wurde deutlich, dass die Denkmäler im Kaiserreich zur nationalen Identitätsbildung beitrugen, heute aber nur im kritischen Kontext verstanden werden können.
Daniel Fastlabend-Vargas & Lena Kordt